Notfälle

Erste Hilfe

Eine Schnittwunde, ein verstauchter Fuß oder ein gebrochener Arm sind in der Stadt schnell medizinisch versorgt. Doch auf Wanderungen muss man im Notfall oft ohne Arzt die richtigen Entscheidungen treffen. Manche Wanderer haben das Päckchen noch nie gebraucht – und trotzdem gehört es bei jeder Tour in den Rucksack: Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit ein paar wichtigen Utensilien für den Notfall. Doch die beste Wander-Apotheke nützt nichts, wenn man nicht weiss, wie man bei kleineren und grösseren Verletzungen richtig reagiert.

Hilfe holen

Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie überlegt. Leisten Sie erste Hilfe und sorgen Sie für Kälteschutz. Holen Sie Hilfe, aber lassen Sie Verletzte nach Möglichkeit nicht alleine. Ist es nötig, Hilfe zu holen, geht man wenn möglich zu zweit oder zu dritt und lässt nur eine Person beim Verletzten zurück. Muss eine Person allein für Rettung sorgen, geht man folgendermassen vor: Die verletzte Person wird so versorgt, dass sie warm hat und in Sicherheit ist. Man stellt Getränke und Lebensmittel in erreichbare Nähe und hinterlässt eine Nachricht mit den getroffenen Massnahmen – für den Fall, dass jemand anders zur Unfallstelle kommt. Die Unfallstelle sollte man gut sichtbar markieren und sich anschliessend auch den Weg einprägen, damit die Stelle wieder gefunden wird.

Die wichtigsten Notfallnummern sind der Sanitätsnotruf 144 und die Rega 1414.

Unfallmeldung:

  • Wer meldet?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wer ist verletzt?
  • Wie ist die Verletzung?

 

Doch Achtung: Auf Handys ist nicht überall Verlass. Besonders in den Bergen sind Mobiltelefone für einen Notruf in vielen Fällen ungeeignet, weil die Abdeckung ungenügend ist und keine Verbindung zustande kommt. Ein einfaches und sicheres Notsignal ist eine Trillerpfeife. Das Pfeifen ist über einen Kilometer weit zu hören. Am besten, man hat sie immer im Erste-Hilfe-Set dabei. Das alpine Notsignal lautet: Sechs Mal pro Minute pfeifen, eine Minute warten, dann wiederholen. Die Antwort besteht aus dreimaligem Pfeifen pro Minute.

Erste Hilfe Set für den Rucksack

Ein Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Wanderrucksack und sollte zumindest folgenden Inhalt aufweisen.

  1. Mehrere grosse Heftpflaster
  2. Blasenpflaster
  3. Desinfektionsmittel
  4. Schmerzmittel
  5. Elastische Fixierbinde
  6. Leichte Rettungsdecke
  7. Schere und Pinzette
  8. Kühlende Wundsalbe
  9. Trillerpfeife

 

Weitere Tipps finden Sie auch unter folgender Webseite: www.lastminute.ch/reiseapotheke

Insektenstiche

Wespen- und Bienenstiche behandelt man mit einer kühlenden Salbe oder essigsaurer Tonerde. Bei Insektengift-Allergikern treten an der Einstichstelle, im Gesicht und am Hals starke Schwellungen auf. Allergiker haben meistens entsprechende Notfall-Medikamente dabei. Sonst ist schnelle ärztliche Hilfe nötig. Zecken entfernt man mit einer Pinzette. Man greift sie möglichst nahe an der Einstichstelle und zieht sie langsam heraus.

Blasen

Blasen sind keine ernsthafte Verletzung, können aber schmerzhaft sein und die Freude an der Wanderung verderben. Hat man Blasen an den Füssen, trocknet man die Stelle und klebt Pflaster drauf, am besten spezielles Blasenpflaster, das nicht verrutscht. Besser ist es, Blasen vorzubeugen, indem man nicht mit neuen Schuhen auf längere Touren geht, geeignete Socken anzieht und kritische Stellen im Voraus eincremt oder pflastert.

Schnittwunden und Blutungen

Kleine Schnittwunden reinigt und desinfiziert man, bevor man ein Pflaster auflegt. Bei starken äusseren Blutungen ist ein Druckverband nötig: Den verletzten Körperteil hochhalten, eine saubere Kompresse auf die Wunde legen, darüber ein Druckpolster aus saugfähigem Material legen und mit einem Verband – notfalls auch Stoffstücken – satt andrücken. Sollte der erste Verband durchbluten, diesen auf keinen Fall entfernen, sondern einen neuen darüber anlegen. Den Körperteil weiterhin hochhalten und möglichst bald zum Arzt gehen.

Äussere Blutungen wirken meistens sehr dramatisch. Die Gefährlichkeit wird deshalb manchmal überschätzt. Hingegen verlaufen innere Blutverluste oft unbemerkt. Sie können aber zu Bewusstlosigkeit oder zu einem Schock führen.

Besonders nach Stürzen und Schlägen sollte man immer auch innere Blutungen in Betracht beziehen und auf entsprechende Warnsignale achten. Anzeichen für einen Schock sind ein rascher Puls, blasse Haut, flache und schnelle Atmung. Wache Schockpatienten lagert man möglichst flach. Ist die betroffene Person bewusstlos, bringt man sie in die Bewusstlosenlagerung: Auf die Seite legen, den Kopf sorgfältig nach hinten kippen, das Gesicht schräg nach unten drehen, damit der Abfluss aus dem Mund frei ist. Die Person muss zugedeckt und dauernd überwacht werden, bis ärztliche Hilfe da ist.

 

Verstauchungen und Brüche

Wenn man bei Verstauchungen sofort reagiert und grosse Schwellungen und Blutergüsse verhindert, heilt die Verletzung später schneller. Deshalb: Die Stelle sofort kühlen, am besten in einem kalten Brunnen oder Bergbach, allenfalls auch mit einem nassen Tuch. Dann einen satten Verband um die verletzte Stelle anbringen und den Körperteil nach Möglichkeit hoch lagern. Das verhindert grössere Schwellungen.

Könnte die verletzte Stelle gebrochen sein, muss man den verletzten Körperteil ruhig stellen und so lagern, dass es möglichst wenig schmerzt. In dieser Stellung kann man allenfalls eine provisorische Schiene anbringen, wenn die verletzte Person noch transportiert werden muss. Die Schiene sollte bis über die Gelenke ober- und unterhalb der Bruchstelle reichen, und sie muss gut gepolstert sein. Bei Armbrüchen kann auch eine Armschlinge gute Dienste leisten.

Ist der Bruch offen, muss zuerst die Wunde versorgt werden. Besonders Oberschenkelbrüche können zu starken Blutungen und gar zu Bewusstlosigkeit führen. Besteht der Verdacht, dass Rücken oder Nacken gebrochen sind, darf der Verletzte möglichst nicht bewegt werden.

Schlangenbisse

Das Risiko, beim Wandern von einer Schlange gebissen zu werden, ist gering. Kommt es trotzdem zu einem Schlangenbiss, ist keine Panik am Platz: Nattern sind ungiftig und deren Bisse – erkennbar am halbrunden Bissabdruck - sind für Menschen harmlos. Vipern sind zwar giftig, aber bei den europäischen Arten ist ein Biss im Normalfall nicht lebensbedrohlich. Typisch an Vipernbisse sind die zwei nebeneinander liegenden Einstiche.

Keinesfalls sollte man bei einem Biss die landläufig bekannten Wildwest-Methoden anwenden und den Biss aufschneiden oder ausbrennen. Am besten ist es, die Stelle ruhig zu stellen. Abbinden ist nicht nötig.

Die betroffene Person wird flach, oder wenn sie bewusstlos ist, seitlich gelagert. Der Schlangenbiss wird wie eine andere Wunde verbunden. Betrifft er den Arm, so müssen Ringe und Armreife abgenommen werden, da sie bei einer möglichen Schwellung einschneiden können.

 

 

Sonnenschutz

UV-Strahlen können Sie weder sehen noch fühlen. Ein Grund mehr zur Vorsicht, wenn Sie sich der Sonne aussetzen! Denn eine UV-Menge, die Sie im Moment gar nicht spüren, kann bereits einen Sonnenbrand verursachen. (Quelle: bfg)

Der richtige Sonnenschutz im Gebirge

In der Höhe nimmt die Stärke der Sonnenstrahlen massiv zu. Wer auf Bergwanderungen geht, sollte sich deshalb gut schützen – am besten mit bedeckender Kleidung und einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor.

Die Wanderung von Grindelwald-First dem Bachsee entlang zur Bussalp war ein fantastisches Erlebnis, der Anblick der Hochalpengipfel unvergesslich. Unvergesslich wird Hans Wander allerdings auch sein Sonnenbrand bleiben. Am Abend wagte er kaum mehr zu sprechen, weil ihn jede Gesichtsregung schmerzte. An den Ohren und auf der Nase hatten sich auf der hochroten Haut sogar kleine Blasen gebildet. Allzu sorglos hatte sich Hans Wander ohne Hut und Sonnencreme auf den Weg gemacht.

Schliesslich war er in diesem Sommer schon zwei Mal baden gewesen, ohne sich zu verbrennen. Hans Wander hatte jedoch vergessen, dass die Sonnenstrahlen in den Bergen um einiges intensiver sind als im Flachland. Mit zunehmender Höhe wird der Weg der Strahlen durch die Atmosphärenschicht kürzer. Ausserdem werden die Strahlen im Gebirge weniger absorbiert und abgelenkt, weil bei schönem Wetter der Wasserdampfgehalt der Luft kleiner ist. Auf Grindelwald-First (2167 m ü. M.) ist die UV-Strahlung bereits um 30% stärker als in der Stadt Bern. Auf dem Schilthorn (2960 m) müssen Ausflügler sogar mit fast 50% mehr Strahlung rechnen.

Schnee steigert diese Dosis noch einmal, da er bis zu 100% des UV-Lichts reflektiert. Auch heller Fels schickt rund 25% des Lichts zurück. Die Haut kann unter solchen Verhältnissen der indirekten Strahlung sogar am Schatten gebräunt beziehungsweise bei grosser Empfindlichkeit gerötet werden. Besonders tückisch in der Höhe ist, dass man in der kühleren Luft und bei dem gerade zur Zeit der stärksten Einstrahlung meist wehenden Wind auf der Haut kein Hitzegefühl als Warnsignal verspürt.

Allerdings muss sich deswegen niemand von Bergwanderungen abhalten lassen. Gerade in den Bergen ist es eigentlich viel einfacher, sich vor der Sonne zu schützen, als im Schwimmbad. Der beste Schutz vor Sonnenbrand sind lange Hosen, ein langärmliger Pulli, Hut und Sonnenbrille. Im ärmellosen T-Shirt und in kurzen Shorts sollte man keine Bergwanderung unternehmen. Für die unbedeckten Stellen im Gesicht, am Hals und an den Händen wird der Gebrauch einer Sonnencreme mit einem Schutzfaktor von mindestens 15 empfohlen.

Sonnenbrille

Vor den starken Sonnenstrahlen im Gebirge sollte man auch die Augen schützen. Zu viel Sonne kann zu schmerzhaften Horn- und Bindehaut-Entzündungen führen. Ausserdem steigt das Risiko für Grauen Star, eine Trübung der Linse. Beim Kauf der Sonnenbrille sollte auf die Deklaration «100 Prozent UV-Filter bis 400 Nanometer» geachtet werden. Nur dann schützt sie zuverlässig.

Sonnencreme

Damit Sonnencreme vor Sonnenbrand schützt, enthält sie Filter gegen die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung). Je nach Produkt halten chemische oder physikalische Vorgänge einen Teil der Sonnenstrahlen von der Haut ab. Chemische UV-Filter absorbieren die Strahlen. Ihr Nachteil: Sie können in seltenen Fällen Allergien auslösen. Das ist bei physikalischen Filtern meistens nicht der Fall. Sie enthalten kleinste Teilchen, welche die UV-Strahlen reflektieren. Deren Nachteil: Meistens hinterlassen die Teilchen eine weisse Schicht auf der Haut.

Die Sonnencreme sollte man grosszügig auftragen. Für eine optimale Schutzwirkung sollte man sich gleich zwei Mal hintereinander eincremen. Der Lichtschutzfaktor, der auf den Produkten angegeben ist, wird mit einer relativ dicken Cremeschicht gemessen, nämlich mit 2 mg pro cm2 Haut. Würde man eine solche Schicht auf den ganzen Körper auftragen, bräuchte man 30 g Creme. Wer weniger eincremt, muss mit geringerer Schutzwirkung rechnen. Sonnencreme sollte man mindestens 20 Minuten vor Beginn der Wanderung auftragen – und nicht erst, wenn einem die Sonne schon ins Gesicht brennt. Auch bei bedecktem Himmel ist wegen der starken indirekten Strahlung im Gebirge ein Sonnenschutz nötig.

Viele Sonnenschutzmittel, besonders jene mit hohem Schutzfaktor, enthalten sowohl chemische wie physikalische Filter. Eine gute Creme schützt sowohl vor UVA- als auch UVB-Strahlen. Denn UVA-Strahlen fördern die Hautalterung und können Allergien und Hauttumore auslösen. UVB-Strahlen bräunen die Haut, fördern aber auch das Hautkrebs-Risiko.

Damit Sonnencreme haltbar bleibt, muss sie gut verschlossen sein und vor Wärme geschützt werden.

Fünf heikle Körperstellen

Fünf heikle Körperstellen

Vor der intensiven Sonnenstrahlung im Gebirge muss auch das kleinste Stück Haut geschützt werden. Die fünf Stellen, die Wanderer besonders oft vergessen, sind:

  1. Kopfhaut: Gefährdet sind der Haaransatz, der Scheitel und Stellen mit dünnem Haarwuchs. Tipp: Am besten eine Mütze aufsetzen. Auf unbedeckten Stellen Sonnencreme bis direkt an den Haaransatz auftragen.
  2. Lippen: Beim Eincremen des Gesichts werden die Lippen oft ausgespart. Die Lippenhaut ist aber besonders empfindlich. Tipp: Wasserfeste Creme oder Lippenpommade mit hohem Schutzfaktor verwenden.
  3. Nacken: Wer kurze oder hochgesteckte Haare trägt, muss unbedingt den Nacken schützen. Tipp: Am besten sind Hüte mit einem Nackentuch.
  4. Hautstellen direkt am Kleidersaum: Wer sich nicht ganz sorgfältig eincremt, kennt die roten Ränder am Saum der Ärmel, der Hosen oder des Ausschnitts. Tipp: Verstreichen Sie die Sonnencreme grosszügig auch unter die Kleidersäume – am besten geht dies, wenn Sie noch nicht angezogen sind. Beim Wandern können die Kleider verrutschen und ungeschützte Stellen frei legen. Cremen Sie auch die Haut unter der Armbanduhr ein.
  5. Ohren: Ohrmuscheln und Ohrläppchen sind nicht unbedingt einfach einzucremen und tragen deshalb besonders oft einen Sonnenbrand davon. Tipp: Tragen Sie einen Hut, der auch die Ohren beschattet.

 

 

 

Zecken

Die Zecke (Ixodes ricinus) gehört zu den Milben und damit zu den Spinnentieren. Im Volksmund als Holzbock bekannt, ruft sie in unseren Breiten Erkrankungen hervor, die mit einem Parasiten in Zusammenhang stehen. Darunter ist die Borreliose, auch Lyme-Disease genannt. Dies ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit. Ein gezielter Zeckenschutz lohnt sich insbesondere auch für Wanderer, damit sinkt das Risiko eines Zeckenbisses beträchtlich.

Eine sachliche Aufklärung über Gefahren durch Zecken führt zum Abschied von Fabeln wie „die Zecken fallen von Bäumen“. Vielmehr krabbeln sie auf die Gliedmassen der Naturfreunde, die das Unterholz durchqueren, oder werden von ihnen von einem Baum oder Busch abgestreift. Waren früher Förster und Jäger oftmals Opfer einer Infektion, so sind es heute die steigende Anzahl an Freunden von Outdoor-Freizeitaktivitäten, die sich oftmals zu wenig schützen. Doch wo trifft man diese unliebsamen Blutsauger an? Sie bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit und sind deshalb in Flusstälern besonders stark vertreten. Weiter sind sie häufig in Wäldern mit viel Unterholz und einer ausgeprägten Busch- und Krautschicht sowie an Waldrändern anzutreffen.

Schutz vor Zecken

Das Risiko eines Zeckenbisses sollte nicht ein Grund sein, der Natur fernzubleiben. Vielmehr muss man sich der Gefahr bewusst sein und sich entsprechend verhalten, damit das Risiko auf ein Minimum reduziert werden kann. Dazu dienen folgende Tipps:

  1. Arm- bzw. beinlange Textilien mit übergestülpten Socken erschweren den Zugang zur Haut.
  2. Abwehrmittel gegen Insekten einsetzen.
  3. Strauchwerk und hohes Gras möglichst meiden.
  4. Nach dem Aufenthalt im Freien, Körper nach möglichen Zecken absuchen (auch an eher unzugänglichen Körperstellen).
  5. Schutzimpfung gegen Erkranknungen die Zecken übertragen (gibt es nur im Fall von FSME, nicht jedoch gegen die weitaus häufigere Borreliose).

Zecken entfernen

Da vor allem FSME-Viren, aber auch Borreliose-Erreger schon unmittelbar nach dem Stich mit dem Speichel übertragen werden können, sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Als Hilfsmittel dient die Pinzette, mit der die Zecke sorgfältig entfernt wird. Dabei sollte der Körper der Zecke so wenig wie möglich gedrückt werden, da durch die Reizung die Gefahr besteht, dass die Zecke vermehrt Speichel bildet oder „erbricht“ und damit Erreger ins Blut überträgt. Ein weiterer Glaube – „Zecken soll man beim Herausziehen drehen“ - ist unsinnig, da das Halte-Organ der Zecke über kein Gewinde verfügt. Sollten Zweifel über den Erfolg der Zeckenentfernung bestehen oder Symptome auftreten, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Borreliose

Borreliose

Gerade im Zuge des immer milderen Klimas fühlen sich die Zecken mit den darin nistenden Bakterien namens Borrelia burgdorferi wohl – auch in den Bergen. Die Borrelien leben im Zeckendarm und wandern erst nach einer Blutmahlzeit in die Speicheldrüsen. So gelangen sie meist erst etwa 24 Stunden nach dem Zeckenstich ins Blut. Umgekehrt heisst das: je schneller ein Holzbock entfernt wird, umso weniger wahrscheinlich stossen die Erreger bis ins Blut vor.

Nicht nach jedem Zeckenstich bricht zwingend eine Erkrankung aus. Verdacht zu schöpfen ist bei roten Hautflecken um die Stichstelle herum, die eine bis sieben Wochen nach dem Stich auftreten können. Ohne Behandlung treten später verschiedenste rheumatische Beschwerden auf. Anders als im Falle der zeckenvermittelten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann die Borreliose zumindest medikamentös mit Antibiotika behandelt werden.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Der Erreger der FSME ist dagegen ein Virus, der in den Speicheldrüsen von Zecken nistet. Er kann daher schon vom Beginn des Blutsauge-Aktes an übertragen werden. In der ganzen Schweiz können Zecken die Lyme-Borreliose übertragen (keine Impfung möglich). FSME-Übertragungen werden vor allem in den Endemiegebieten beobachtet. Ob eine Person gefährdet ist, hängt jedoch nicht nur von ihrem Wohnort, sondern von ihrer Mobilität und ihrem Freizeitverhalten ab. Die FSME tritt zwar gehäuft zu Beginn des Sommers auf, dennoch gibt es Erkrankungen auch schon im Frühjahr und bis in den Herbst hinein. In der Schweiz kommen in den Kantonen Aargau, Bern, Graubünden, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Zürich und Zug Endemiegebiete vor. Im Kanton Bern, sind folgende Gebiete speziell betroffen: Bern: Belp, Erlenbach i. S., Gampelen, Grosses Moos, Lyss, Steffisburg, Thun-Spiez. Verschiedene Hauptendemiegebiete Europas für Zeckenkrankheiten liegen direkt an der Schweizer Grenze. Wer seinen Urlaub im Schwarzwald, Elsass oder auch in Österreich zu verbringen gedenkt, tut gut daran, sich vor der FSME rechtzeitig durch eine Impfung zu schützen.

Wer an FSME erkrankt, leidet zunächst an Symptomen ähnlich einer Sommergrippe. Die zweite Erkrankungsphase kann mit einer schweren Hirnhautentzündung (Meningitis) verbunden sein wobei Folgeschäden und in seltenen Fällen der Tod nicht auszuschliessen sind. Schutz bieten hoch wirksame Impfstoffe. Doch sind diese mit Blick auf mögliche Nebenwirkungen in der Ärzteschaft nicht ganz unumstritten.