Verpflegung

Tipps für eine gelungene Wanderung

Wer mit dem Rucksack zügig wandert, verbraucht pro Stunde etwa 270 Kilokalorien mehr Energie als im Büro am Schreibtisch oder zu Hause vor dem Fernseher. Das heisst: Der gut fünfstündige Aufstieg von Lauterbrunnen zur Kleinen Scheidegg kostet im Vergleich zum Nichtstun etwa 1400 zusätzliche Kilokalorien. Wer es gemütlicher nimmt und die anderthalbstündige Wanderung von der Kleinen Scheidegg zum Männlichen hinüber wählt, verbraucht immerhin rund 400 Kilokalorien mehr.

 

Essen

Für manche Wandersleute gehören Landjäger, Cervelat, Pommes-Chips und eine Flasche „Gipfelwein“ einfach dazu, wenn sie mit dem Rucksack in der freien Natur unterwegs sind. Denn zur Wanderslust gehört ganz klar auch der kulinarische Genuss während der wohlverdienten Pausen. Nach heutigen Ernährungs-Erkenntnissen sind die Picknick-Klassiker allerdings zu fett und zu süss.

In den Rucksack gehören Brot, Gemüse, Früchte und viel Flüssiges!

Gesundes Brot

Dick mit Butter beschmiertes und mit Salami belegtes Weissbrot stillt durchaus den Hunger. Nur wäre das Picknick mit etwas weniger Fett gesünder. Vollkornbrot hält länger hin und versorgt den Körper mit Ballaststoffen. Die Butter ist nicht unbedingt nötig und schmilzt an warmen Tagen sowieso dahin. Statt Salami kann es auch Trockenfleisch, magerer Schinken oder etwas Käse sein. Eine vegetarische Alternative zum Sandwich sind zum Beispiel Teigwaren-, Reis oder Kartoffelsalat. In einer gut verschliessbaren Vorratsdose lassen sich auch solche Picknick-Menüs gut mitnehmen.

Zum Knabbern

Gemüse in mundgerechte Stückchen geschnitten ist nicht nur eine gesunde Beilage zum Sandwich, sondern auch ein kleiner Kraftspender zwischendurch. In einem kleinen Beutel lassen sich Karotten, Peperoni, Radieschen, Gurken und Kohlrabi gut mitnehmen. Obst ist meistens etwas heikler zum Mitnehmen. Die meisten Früchte müssen quetschsicher in einem Vorratsbehälter mitgenommen werden, sollen sie zum Znüni oder Zmittag noch unversehrt sein. Äpfel sind unkompliziert. Auch Dörrfrüchte und Nüsse, das so genannte Studentenfutter, lassen sich besser mitnehmen als frisches Obst und spenden schnell Energie. Getreideriegel lassen sich gut zwischendurch knabbern, enthalten aber meistens viel Zucker.

Die Extras

Zuckerfreie Bonbons im Rucksack-Vorrat können aufmuntern, wenn es mal gerade nicht so gut läuft. Zahnputz-Kaugummis ersetzen beim Wandern ausnahmsweise die Zahnbürste.

Trinken

An oberster Stelle auf jeder Proviantliste sollte die Trinkflasche stehen. Am besten verstaut man sie leicht erreichbar in einer Aussentasche, damit sie ständig zur Hand ist. Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger Grund, warum Wandersleute plötzlich schlapp machen. Schon ein halber Liter zu wenig Flüssigkeit im Körper kann die Ausdauer spürbar vermindern. Beträgt der Wasserverlust über sechs Prozent des Körpergewichts, kann es sogar zu Schwindel, Atemnot, Erbrechen und Muskelkrämpfen kommen. Auch wenn es verführerisch scheint, mit knapp bemessenem Getränk Rucksack-Gewicht zu sparen, lohnt sich das Risiko nicht, dafür später auf dem Trockenen zu sitzen.

Auf einer Wanderung sollte man nicht warten, bis Durst aufkommt. Wander-Profis nehmen alle 15 bis 20 Minuten ein bis zwei Deziliter Flüssigkeit zu sich. Fürs Wandern gut geeignete Getränke sind Wasser, ungesüsster Kräuter- oder Früchtetee und Fruchtsäfte, die mit der dreifachen Menge Wasser verdünnt sind. Die Getränke sollten nicht eiskalt sein. Nicht unbedingt nötig, aber ebenfalls geeignet sind isotonische Getränke. Auf Alkohol sollte man beim Wandern möglichst verzichten. Er vermindert die Leistung und die Aufmerksamkeit. Das kann sich besonders bei Bergwanderungen fatal auswirken.

Grill-Tipps

Ist die Cervelat vom offenen Feuer ungesund? Nicht unbedingt. Aber beim „Brätle“ ist darauf zu achten, dass die Wurst genügend Abstand zur Glut hat, damit kein Fett heruntertropft und sie nicht ankohlt. Denn beim Verbrennen von Fett können sich krebsfördernde Stoffe bilden.

Grill-Alternativen zur Wurst sind: Gemüse, Maiskolben oder Kartoffeln. Am besten kocht man diese Sachen zu Hause kurz vor, würzt sie nach Belieben mit ein bisschen Öl, Knoblauch oder Küchenkräutern und wickelt sie dann in Alufolie ein. In der Glut lässt sich das eingewickelte Gemüse dann rasch und bequem grillieren.

Am Abend

Nach einer längeren Wanderung ist es wichtig, die entleerten Flüssigkeits- und Kohlehydratspeicher wieder aufzufüllen. Deshalb sollte man auch nach der Tour noch reichlich trinken. Ein dampfender Teller Teigwaren zum Znacht, macht wieder fit für den nächsten Ausflug.