Wetter

Was die Wolken über das Wetter sagen

Es lässt sich unbeschwerter wandern, wenn man die wichtigsten Zeichen am Himmel zu deuten weiss. Gerade in den Bergen kann es gefährlich werden, wenn man unvermittelt in ein Gewitter oder in schlechtes Wetter gerät. Die Bergretter des Schweizerischen Alpenclubs (SAC) werden häufig aufgeboten, weil Menschen unterwegs die Wettersituation falsch eingeschätzt haben. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen am Himmel richtig deuten zu können. So kann man eine Wanderung rechtzeitig abkürzen oder abbrechen.

 

Gutes Wetter versprechen folgende Wolkenbilder:

Kleine Quellwolken: Die kleinen Wolkenhäufchen nehmen meistens im Lauf des Tages zu. Solange sie bis zum Nachmittag nicht zu riesigen Wolkentürmen anwachsen, droht kein Wetterumschwung. Deshalb nennt man diese Wolken auch Schönwetterwolken.

„Föhnfische“: Bei Föhn entstehen über den Berggipfeln oft linsenförmige Wolken. Der Volksmund nennt sie „Föhnfische“. So lange man die „Fische“ sieht, hält der Föhn an. Zerfasern sie und wellen sich die Ränder, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass der Föhn bald zusammenbricht.

Föhnmauer: Ein kompakter, scharf abgegrenzter Wolkenwall über dem Gebirge zeugt ebenfalls von einer Föhnlage. Über der Föhnmauer - im so genannten Föhnfenster - ist der Himmel strahlend blau und wegen der trockenen Luft auch ausnehmend klar. Ist die Föhnmauer klar abgegrenzt, so hält sich der Föhn. Wenn sich die Wolken jedoch verdichten, ist das Föhnende absehbar.

Kurze Kondensstreifen: Ziehen die vorbei fliegenden Flugzeuge kurze Kondensstreifen nach sich, die schnell trocknen, weist das auf trockene Luft und damit auf gutes Wetter hin.

 

Schlechtes Wetter künden folgende Zeichen am Himmel an:

Grösser werdende Wolkenfahne am Gipfel: Eine Wolkenfahne auf der vom Wind abgewandten Seite eines Berggipfels verheisst nichts Gutes, wenn sie sich vergrössert: Die Wolke entsteht, weil die Luft sehr feucht ist, und deutet auf schlechtes Winter hin.

Schäfchenwolken: Die kleinen Wolkenhäufchen, die herdenweise über den Himmel ziehen, sind ein Zeichen dafür, dass sich in der Atmosphäre etwas tut. Schlechtes Wetter ist im Anzug.

Schauer- und Gewitterwolken: Wenn sich bereits am Vormittag oder am frühen Nachmittag mächtige Wolkentürme bilden, muss bald mit einem Gewitter gerechnet werden. Denn meistens entwickeln sich solche dicken Quellwolken zu den typischen Amboss förmigen Kumulonimbus-Gewitterwolken. Der obere faserige Teil besteht aus Eiskristallen.

Zeigen sich an den Gewitterwolken allmählich nach unten hängende Wolkensäcke, ist das Unwetter überstanden oder weitergezogen. Die Wolkensäcke bilden sich, weil Kaltluft aus den Gewitterwolken ausströmt und absinkt.

Dunkle Wolkenwand: Kälte, Regen und heftige Windböen drohen, wenn am Himmel eine dunkle Wolkenwand sichtbar wird. Der Grund für einen solchen raschen Wetterumsturz ist der Einbruch einer Kaltfront. In den Bergen bleiben Kaltfronten oft hängen und bringen langen und starken Regen, in höheren Lagen sogar Schnee.

Hohe Schichtwolke: Eine gleichmässige, dünne Wolkenschicht, welche die Sonne leicht verschleiert, aber nicht verdeckt, kündet eine Warmfront an. Auch eine Warmfront bringt Regen, allerdings ohne Sturm und Kälte.

Lange Kondensstreifen: Bleiben die Kondensstreifen von Flugzeugen lang am Himmel sichtbar und werden sie vom Wind auseinandergezogen, deutet das auf feuchte Luft hin. Man muss mit einer Wetterverschlechterung rechnen.